01 Juli 2016

Book | Abbi Glines - Until friday night: Maggie & West


Ich habe schon oft gehört, dass Abbi Glines eine super gute Autorin sein soll. Bisher hatte ich jedoch kein einziges Buch von ihr gelesen. Bis jetzt..




"Until friday night: Maggie & West" erschien am 1.6.2016 erstmalig auf deutsch. Es ist der erste Band der neuen "Field Party"-Reihe von der Autorin Abbi Glines. Die 292 Seiten Jugendroman werden vom Piper Verlag verlegt. Preislich liegt das Werk bei 8,99 Euro.


Inhalt:
Protagonisten des Werkes sind unverkennbar Maggie und West. Doch auch Brady hat eine große Rolle in dem Roman. Weitere Charaktere sind u.a. Nash, Coralee, Boone oder Raleigh.

Maggie zieht bei Tante, Onkel und Cousin ein. Dem Leser ist nicht klar warum und es ist auch unverständlich, warum Maggie schweigt. Ihr Cousin Brady bekommt die Aufgabe, auf Maggie aufzupassen und sie auch die ersten Tage in der neuen Schule zu unterstützen.
Auf einer Feldparty trifft Maggie das erste Mal auf West, welcher sie allein an einem Baum gelehnt findet. Ohne Vorwarnung küsst er sich und verschwindet. Eine Art Seelenverwandtschaft spürt Maggie sofort, denn das sah sie in seinen Augen. Auch West bemerkt, dass Maggie einen Grund haben muss, warum sie schweigt. In einem einseitigen Gespräch offenbart West seine größte Angst. Sein Vater liegt quasi im Sterben und wird dem Darmkrebs erlegen. Seinen Footballfreunden hat er nie etwas davon erzählt.
Maggie fängt an mit West zu reden und erklärt ihm, warum sie so ist wie sie ist. Ihr Vater erschoss ihre Mutter von Maggies Augen. Sie verlor beide unerwartet. Dass sich die beiden Jugendlichen gegenseitig eine Stütze sein können, merken sie schnell. Vor allem West braucht Maggie täglich ihn höherer Dosis. Doch da Brady keine Beziehung zwischen beiden zulassen möchte, aus Angst, Maggie könnte wieder einen wichtigen Menschen verlieren, liegt auch West viel daran, es bei einer Freundschaft zu belassen. Ihr zuliebe. Und auch er möchte sie nicht mehr verlieren. Doch auf beiden Seiten entwickeln sich Gefühle.
Die Eifersucht auf Maggie in der Schule wächst. Hat sie doch nun den beliebten, gutaussehenden Footballer, auf den alle Mädels stehen. Und dann ist sie auch noch stumm. Niemand versteht, was er von ihr will.
Als sich die beiden immer Näher kommen, geht es Wests Vater immer schlechter. Er stellt Maggie seiner Familie vor, welche urplötzlich auch mit seinen Eltern spricht. Es ist das einzige Mal, dass Maggie seinen Dad kennenlernt.
Als Wests Dad ins Krankenhaus muss, erzählt Brady, der mittlerweile von Wests Schicksal weiß, allen Freunden davon. Alle versammeln sich im Krankenhaus und stehen West und seiner Mutter bei, als sich sein Vater von der Welt verabschiedet.
Nach diesem Schicksalsschlag beginnt Maggie wieder zu sprechen. Unter der Bedingung, nicht über "jenen Tag" reden zu müssen, redet sie mit jedem.
West wird unglaublich eifersüchtig, da er befürchtet, dass ihr Schicksal nicht mehr nur ihm bewusst ist, denn sie kann nun mit jedem darüber reden. Er untersagt ihr jegliche Konversation mit anderen Menschen.
Während die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe verschwimmt, wird Maggie klar, dass Wests Verhalten davon zeugt, dass er sie nur als Stütze braucht und nicht aus Liebe Zeit mit ihr verbringt. Sie unterbricht den Kontakt und zweifelt schnell an ihrer Entscheidung. Schließlich hat Wests gerade seinen Vater verloren, seine Mutter ist verreist und Maggie lässt ihn nun auch im Stich.
Sie (Tante Coralee) drückte mich an sich. "Wir müssen im Leben oft Entscheidungen treffen, die uns nicht leichtfallen. Deshalb müssen sie aber noch lange nicht falsch sein."
"Und was wenn doch?", rutschte es mir (Maggie) heraus.
Sie löste sich von mir und schickte sich an, mir einen Teller zurecht zu machen. "Dann schreitet das Schicksal ein und bringt es wieder in Ordnung. Du musst ihm nur vertrauen."
Nachdem West Maggie seine Liebe gestand, da ihm klar würde, dass er sie sonst verliert, wenn er nicht endlich ehrlich ist, fand die Beerdigung seines Vaters statt. Nachdem sie ihm so lange eine Stütze war, war er es nun auch für sie, als er sie bei ihrem ersten Grabbesuch ihrer Mutter begleitete. Maggie konnte mit der Situation ein wenig abschließen, als sie am Abend die nächste Horror-Nachricht erhielt. Ihr Vater hat sich im Gefängnis das Leben genommen. Doch für sie war er schon lange tot. Sie trauerte nicht. Sie war leer.
In der Geborgenheit seiner (West) Arme weinte ich um alles, was ich verloren hatte. Um alles, was ich nie haben würde. Ich weinte um meine Mutter und um ihren tragischen Tod. Ich weinte um West und seinen Dad. Ich weinte um mich.

Aufbau:
Der Roman ist in Kapitel von durchschnittlich 6-8 Seiten Länge unterteilt. Das empfinde ich für den Lesefluss fast schon etwas kurz, dennoch ermöglicht es so eine flexible Lesepausengestaltung. Im Wechsel werden die Geschehnisse aus Maggies und Wests Sicht erzählt, was deutlich zu Beginn des Kapitels ersichtlich ist. Außerdem besitzt jedes Kapitel eine Überschrift - Einen Satz, welcher so im jeweiligen Kapitel fällt. Es ist nicht immer gleich auf das folgende Geschehen zu schließen, manchmal gibt es jedoch einen guten Einblick.
Auf der allerersten Seite des Buches, gibt es eine etwasausführlichere Inhaltsangabe. Darauf folgt eine Seite, welchen den Titel zeigt und anschließend gibt es eine kleine Übersicht über Abbi Glines Werke und welche Roman-Reihen es von ihr gibt. Ein kurzer Epilog am Ende des Buches zeigt, wie West zu Maggie steht. Ebenso bleibt die Möglichkeit einer Fortsetzung offen.


Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
In dem gesamten Kapitel spricht ein Ich-Erzähler. Je nachdem, welches Kapitel beschrieben wird, erzählt Maggie aus ihrer Sicht, oder West aus seiner. Die Sprache und der Stil ist dem bevorzugten Leseralter angepasst. Dennoch müssen sich ältere Leser nicht fürchten, dass es zu lapidar geschrieben sein könnte. Es gibt keine unnötigen Gesprächssequenzen im Buch, was von einer klaren und deutlichen Schreibweise zeugt. Die Handlung an sich ist in sich sehr schlüssig, auch wenn ich mich frage, wie es niemandem auffallen konnte, dass Maggie mit West redete, wenn er doch immer auf Schweigen zu antworten schien. Zwar versteckte Maggie anfangs ihren Mund, doch die Antworten von West waren für jeden hörbar.


Design:
Das Design des Buches ist wunderschön. Haptisch ist das Buch ein erlebnis, da es eine Art "weichen Umschlag" hat. Es fühlt sich samtig und gleichzeitig sehr glatt an. Gestalterisch spricht mich das Cover ebenfalls sehr an. Der Buchtitel ist sehr präsent auf dem Cover und auch deutlich lesbar. Die bildliche Gestaltung spiegelt den Inhalt des Buches sehr gut wider. Die Buchrückseite ist in einem Rosaton mit schwarzer Schrift gehalten. Kleine, weiße Herzen verzieren diese Seite noch ein wenig. Auf der vorderen Umschlagseite ist ein Zitat aus dem Buch abgedruckt, auf der hinteren Umschlagseite gibt es einen kleinen biografischen Ausschnitt über die Autorin zu lesen. Auch das kleine kreisförmige Element am Beginn eines jeden Kapitels lockert den Inhalt optisch ein wenig auf, sodass nicht nur Buchstaben vor des Lesers Augen aufflimmern.


papego?!
Ich war überrascht, dass laut Aufkleber auf dem Buchcover eine App existiert, die es durch einscannen einer Buchseite ermöglicht, das Buch unterwegs z. B. über das Handy weiterzulesen. Ich war sehr gespannt, lud die App auf mein Handy und es funktionierte natürlich nicht. In der Bewertung der App habe ich gelesen, dass es anscheinend bei niemandem zu funktionieren scheint. Das hat natürlich nichts mit meiner Bewertung des Buches zu tun, nur schade, dass ein beworbener Dienst nicht genutzt werden kann. Gern hätte ich dir gezeigt, wie toll diese Möglichkeit doch ist.


Buchempfehlung?
Ja. Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich definitiv um einen Jugendroman, doch auch ich mit gut 23,75 Jahren konnte das Buch kau maus der Hand legen. Seite 168 rührte mich tatsächlich zu Tränen, was äußerst selten von einem Buch geschafft wird. Auch, wenn es sich alles andere als um eine leichte Lektüre handelt, da es sich so oft um das Thema Tod und Einsamkeit handelt, kommt es dem Leser nicht so vor. Es wird als leichte Lektüre wahrgenommen und ein ernstes Thema "leicht" an den Leser gebracht. Für dieses Buch unterbrach ich sogar ein anderes, welches mich nicht so packte und musste "Until friday night" erst beenden, bevor ich zu dem anderen Buch zurückgriff.


Ein riesiges Dankeschön an den Piper Verlag für das kostenlose zur Verfügung stellen dieses Rezensionsexemplares.

T.

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