15 Juli 2016

Book | Jennifer Niven - All die verdammt perfekten Tage


Selbstmord ist ein großes Thema, was noch immer zu oft nicht ausreichend behandelt und besprochen wird. Depressionen gehören ebenfalls zu den Tabu-Themen in Deutschland. Dieses Buch, im Original aus Amerika, spricht dieses sensible Thema deutlich an.



Jennifer Niven veröffentlichte 'All die verdammt perfekten Tage' im Dezember 2015 erstmals auf deutsch. Die Geschichte von Violet und Finch, einem Mädchen was von einem selbstmordgefährdeten Jungen gezeigt bekommt, was es heißt zu leben, erschien im Limes Verlag und kostet im Buchhandel 14,99 Euro.

Inhalt:
Finch und Violet treffen sich auf dem Kirchturm der Schule, als sich beide unanhängig voneinander umbringen möchten. Gegenseitig überzeugen sie sich den Turm zu verlassen und so zum Gespött der Klassenkameraden zu werden. Ihre Beweggründe für den Selbstmord sind jedoch komplett unterschiedlich.
Während Violet ihre Schwester bei einem Autounfall verlor und nun glaubt, kein tolles Leben mehr haben zu können, empfindet sich Finch als Freak, um den niemand trauern würde.
Als Verrückte abgestempelt, rotten sich die beiden Teenager zusammen und bestreitenein Schulprojekt zusammen. Die Erkundung von Indiana stellt für die beiden eine viel größere Herausforderung dar, als geahnt.
Violet steigt in kein Auto mehr. Violet hat keine Lust auf das Projekt. Violet möchte nicht mit Finch arbeiten.
Doch nach und nach freuden sich die beiden an, entwickeln Spaß am Schulprojekt und auch Violet steigt wieder in ein Auto. Während Violets Eltern mehr und mehr Vorurteile gegenüber Finch schüren und ihr den Umgang mit ihm verbieten, ist ihnen nicht bewusst, dass sich zwischen den Jugendlichen Liebe anbahnt.
Finch zeigt Violet was es heißt zu Leben, während sein Leben immer mehr aus den Fugen gerät. Sein aggressiver Vater trägt ebenfalls dazu bei, dass er sein Leben als immer unwürdiger empfindet.
Nach der Hälfte des Schulprojektes und Finchs Geburtstag ist er einfach verschwunden. Violet zweifelt an sich und seiner Liebe, bis sie ihn an einem kleinen Teich aufspürt. Tot.
Mit der Zeit machen jedoch all die Nachrichten die sie von ihm bekommen hat - zusammenhangslos - einen Sinn. Finch besuchte all die noch offenen Orte in Indiana und hinterließ etwas für Violet. Allein macht sie sich auf die Reise durch Indiana. Auf die Reise nach Finch. Auf der Suche nach dem perfekten Tag.


Aufbau:
So wie fast alle Romane, ist das Buch in einzelne Kapitel unterteilt. Dabei kommt es zum Wechsel zwischen Kapiteln aus Finchs und Violets Sicht. Ebenso wird an der Kapitelüberschrift schon deutlich, was das größte Ziel oder das größte Problem der Jugendlichen ist. Während Finch die Tage zählt, an denen er schon 'wach' ist, zählt Violet die Tage bis zum Schulabschluss.
Die Kapitel werden dann aus der jeweiligen Sicht des Protagonisten erzählt. Es gibt keinen allwissenden Erzähler.
Ein relativ offenes Ende lässt dem Leser die Fantasie, wie das Leben von Violet weitergeht.


Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
Die Sprache ist dem Inhalt (Jugendliche Protagonisten) und dem Hauptleserkreis angepasst. Ich empfinde einige Stellen jedoch zu hart. Teils fehlen Übergänge in Gesprächen, wo dann von Thema zu Thema gesprungen wird, ohne zu wissen, warum es zum Themenwechsel kam. Beipielsweise finde ich auf Seite 71 den Übergang von einem normalen Gespräch zu der Aussage 'Oder wir können vögeln.' zu extrem und ohne Zusammenhang. Unnötig.
Es gibt auch ein paar Stellen im Roman, die ich ein wenig unlogisch finde. Dass 7 Monate nach einem Autounfall noch ein altes Nummernschild an genau der Stelle herumliegt, ist einfach nicht logisch. Sicherlich hat es etwas zur Geschichte beigetragen, aber häte auch gut weggelassen werden können. Ebenso die Tatsache, dass Violet dieses Schild emotionslos in Finchs Schrank sieht. Logische Reaktion ihrerseits wäre doch, dass sie das Nummernschild anspricht.
Jedoch empfinde ich das Buch als sehr gut recherchiert. Einerseits wird ausführlich über Selbstmord geschrieben, andererseits wurde auch der Bundesstaat Indiana mega intensiv recherchiert. Auch ein 'Ausländer' lernt den Staat so ein wenig kennen.


Design:
Das Cover zeigt eindeutig einen Mond in dunkler Nacht. Violet und Finch sind ebenfalls abgebildet. Sonst verrät das Cover nicht viel über den Inhalt des Buches. Der Inhaltstext auf der Buchrückseite zeigt recht spannend, um was es in dem Buch geht. Jedoch bleiben Details verborgen, sodass dem Leser kleine Überraschungen im Buch bleiben. Das Farbdesign, in blau, weiß und ein wenig rot wirkt sehr ruhig und nicht aufdringlich.

Buchempfehlung?
Jein. Meiner Meinung nach sind die ersten 100 Seiten sehr langatmig und fast schon langweilig. Das Thema an sich ist wirklich ein Roman wert, da Selbstmord noch immer ein riesen Tabu-Thema ist. Dennoch könnte die Geschichte spannender starten. Je enger die Freundschaft zwischen Violet und Finch wird, desto interessanter wird auch der Roman.
Die letzten 100 Seiten sind wirklich schön zu lesen und das Buch möchte kaum mehr weggelegt werden, doch um bis zu diesem Punkt zu kommen, habe ich das Buch oft pausiert und ein anderen Roman zwischendurch gelesen.
Wer auf der Suche nach einem Jugendbuch ist, in dem ein sensibles Thema offen angesprochen wird, ist bei diesem Buch auf der richtigen Seite.


T.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hallo!
Ich freu mich sehr, dass du dir meinen Post durchgelesen hast. Hinterlass mir gern einen Kommentar, Fragen, konstruktive Kritik, Verbesserungsvorschläge oder Tipps für weitere Blogposts.. :)