25 September 2016

Book | Moira Frank - Sturmflimmern

 
Jeder hat sein Bild von typisch amerikanischen Teenagern 2016. Doch wie tickten junge Amerikaner 1986? Menschen waren Versuchskaninchen, Gewalt spielte eine große Rolle. Homosexualität und Rassenhass. All diese Themen bespricht dieser Roman.



"Sturmflimmern" von Moira Frank erschien erstmals am 29. August 2016 im ctb Verlag. Die Hardcoverausgabe kostet 16,99 Euro. Auf 476 Seiten wird die Geschichte von Sofia und ihren Zieheltern Harriet und Schill erzählt. Das Erstwerk der Deutschen zählt zum Genre der Romane.

Inhalt:
Sofia lebt mit Harriet und Schill in einem kleinen Ort Amerikas. Eine große Dürre bestimmt den Alltag der Familien, die Schulzeit geht den Sommerferien entgegen. Sofia scheint ein gewaltbereites Mädchen zu sein. Um ihre Freunde zu schützen, nimmt sie lieber selbst Schläge und Tritte in Kauf. Kleine Banden feinden sich gegenseitig an. Während Sofia und ihr Clan den anderen körperlich unterlegen sind, scheinen sie in ihrer geistigen Reife, aufgrund von Ungereimtheiten in ihren Familien größer zu sein.
Nach der ein oder anderen bösen Auseinandersetzung zwischen Sofia, ihren Freunden und David, Jazz, Tommy und Chloe, liegt eine Freundin der Protagonistin im Krankenhaus. Doch der Spuk ist nicht vorbei. Die Gewalttaten gehen weiter.
Als eines Tages Isaac bei Sofia und ihren Zieheltern - wo niemand weiß, dass sie gar nicht ihre leiblichen Eltern sind - zieht, versteht Sofia die Welt nicht mehr. Alle scheinen ihr zu verheimlichen, wer und was Isaac ist.
Sofias Vergangeheit wird nach und nach aufgedeckt und erklärt. Sie und ihre leibliche Mutter waren 'Versuchskaninchen' in einem Labor. Ihre Mutter starb, als sie mit ihrer kleinen Tochter aus dem Labor fliehen wollte. Harriet und Schill nahmen sie auf. Flohen mit ihr weiter. Isaac arbeitete in diesem Labor. Ebenso wie Schill. Die beiden Männer waren einst ein Paar. Nun will Isaac Sofia zurück, um seine Testreihe fortsetzen zu können. Nur über Julie - die Ex-Freundin von Harriet - wusste Isaac, wo sich Sofia befand. Während die Cops eine immer größere Rolle im Geschehen bekommen, bekommt Sofia Angst. Angst um sich, Angst um Harriet und Schill, Angst um ihre Freunde.
Die Gewaltspirale zieht immer größere Kreise, bis es jedem darum geht, den jeweils anderen auszuschalten.
Sofias Vergangenheit wird immer kurioser. Erst soll sie für weitere Labortests (Wo nie klar war, was für Tests denn nun eigentlich) mit Isaac zurück. Dann erfährt sie, dass er ihr Vater ist.
Letzten Endes verschwindet Isaac einfach und die Geschichte nimmt ein Ende.



Aufbau:
Der Roman ist in fortlaufend beziffernde Kapitel untergliedert. Diese passen in drei 'Oberkapitel'. Anfangs wird dem Leser ein Ausschnitt aus Sofias Vergangenheit gezeigt. Diese Flashbacks gibt es immer wieder.. unangekündigt. Die Länge der einzelnen Kapitel schwankt sehr stark.

Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
Ein Großteil des Buches wird gestritten und geschlagen. Es wird sich gegenseitig verletzt. Auf brutalste Art. Doch irgendwie scheint es den Personen nichts auszumachen. Gewalt ist das oberste Thema.
Die Sprache ist okay. Es ist Alltagssprache mit dem ein oder anderen Schimpfwort.
Von einer Schlüssigkeit der Handlung kann kaum die Rede sein. Ein Steinwurf wird von jedem verurteilt. Ein Schuss scheint im Roman gerechtfertigt. Auch das Ende des Romanes ist unschlüssig und unüberlegt. Isaac verschwindet, all die Aufregung umsonst. Die eigentliche Story (Jugendlichengewalt oder auch Labortests), hätte locker auf 200 Seiten gepasst. So wurden unnötige Storypassagen genutzt um alles in die Länge zu ziehen. Unnötig.


Design:
Das Cover finde ich sehr ansprechend. Es gibt den Buchtitel super wider. Auch haptisch ist das Cover schön gestaltet. Dass die Autorin Wert auf recyclebare Materialien setzt wird in jeder Komponente des Buches spürbar.

Buchempfehlung?
Nein. Ein Jugendbuch, in dem es letztlich nur um Gewalt geht, wie Gewalt so schnell eskalieren kann, kann ich nicht empfehlen. Logikpatzer und undeutliches Schreiben machen das Lesen kaum zu einem Genuss. Ich quälte mich leider durch das Buch und bin nun froh, es fertig zu haben.
Auch wenn die eigentliche Idee dahinter - ein Mädchen was ihre Geschichte erfährt, egal was auch für eine Geschichte es sein mag - gut ist, wurde es nicht toll umgesetzt.
Die Geschichte hätte knapper, aber dafür spannender und gezielter erzählt werden können. Auch die Hohe Anzahl an Charakteren ist unnötig und verwirrend.


Vielen Dank an RandomHouse für dieses Rezensionexemplar.

T.

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