23 Oktober 2016

Book | Ally Taylor - New York Diaries: Claire


Wer kennt es nicht? Es gibt Momente im Leben, wo alles kaputt geht. Die Beziehung zerbricht, der Job geht verloren und ohne Geld auch keine eigene Wohnung. Also zurück nach Hause. Zurück in der Heimat geht aber ebenso noch einiges schief. Zumindest für Claire.


Ally Taylor, also Anne Freytag, schrieb zwei der kommenden vier Romane aus der 'New York Diaries'-Reihe. Die Geschichte um Claire umfasst ganze 304 Seiten und erschien im Knaur-Verlag. Die Erstausgabe erblickte am 4. Oktober 2016 das Licht der Welt. Kaufen kannst du diesen Roman unter anderem auch hier. Die Protagonistin des Romanes ist eindeutig Claire. Doch auch Danny, June und Jamie haben ihre großen Auftritte.


Diese Rezension baue ich etwas anders auf als bisher gewohnt. Da ich dieses Buch im Zuge der Leserunde auf LovelyBooks gewonnen habe, beantworte ich hier (wie auch auf LovelyBooks) ein paar bestimmte Fragen. Noch offene Bewertungskriterien füge ich im Anschluss an die Beantwortung der Fragen ein.

Inhalt (mit Spoiler):
Claire hat sich von ihrem Freund getrennt, oder besser gesagt 'trennen müssen'. Zurück bei Mama und Papa fällt ihr jedoch schon nach wenigen Stunden die Decke auf den Kopf. Claire macht sich auf, ihre Leben neu zu gestalten.
Alle weiteren inhaltlichen Geschehnisse beantworte ich in den folgenden Antworten.


1. Leseabschnitt (Seite 7 - 75)
Es geht los! Wir starten direkt in New York ... naja. Fast. Erst einmal wohnt Claire nach einer weiteren gescheiterten Beziehung in ihrem alten Kinderzimmer bei ihren Eltern.
Wäre das für euch auch ein denkbarer Rückzugsort? Und wie sieht es mit der Alternative aus - ein begehbarer Kleiderschrank als Zimmer? Denkt ihr, dass das gut gehen wird?

Der Leser startet nicht nur direkt in New York sondern auch bei einem Familienessen bei den Gershwins. Nach 18 Monaten in London zwang sie, Claire, die Food-Kritikerin, die gescheiterte Beziehung zurück in Mamas Arme. Aber nicht lang, denn June bietet ihrer Freundin an, bei ihr im kleinen aber feinen begehbaren Kleiderschrank zu wohnen. Direkt unter ihrem ersten Ex Jamie und neben Danny, ihrem Freund aus Kindertagen, für den sie mittlerweile ein paar andere Gefühle hat. Das merkt sie allerdings erst, als June ihr offenbart, dass Danny vergeben ist.
Als Person über 30, mit der Erfahrung allein beziehungsweise weg von Muttern zu leben, kann ich ihre Entscheidung, lieber im Kleiderschrank zu leben nachvollziehen. Solang es eine Übergangslösung bleibt, kann ein Mensch damit auch gut leben. Die Tatsachen, dass Ex und Schwarm jedoch in nächster Nähe wohnen, gestaltet dieses Unterfangen natürlich schwierig.
Ein Neuanfang gelingt jedoch nur, wenn man mutig genug ist, etwas zu riskieren. Und das hat Claire definitiv getan.
2. Leseabschnitt (Seite 76 - 150)
Claires Leben wird weiter durchgeschüttelt. Die Freundschaft zu Danny erwacht zu neuem Leben ... und entwickelt sich in Claires Fall auch weiter. Was haltet ihr davon? Kann aus Freundschaft Liebe werden? Sollte sich Claire lieber zurückhalten, weil Danny bereits eine Freundin hat?
Während Granny Claire in ihrer Entscheidung unterstützt, beginnt Claire daran zu zweifeln. Ein WG-Leben mit dem Mann, in den sie heimlich verliebt ist.
Nachdem sie jedoch zwei Minijobs fand, bei welchem einmal Jamie, ihr erster Ex ein Kollege ist, baut sie wieder ein wenig selbstvertrauen auf. So, wie Granny meinte.
Zwischen den ganzen Liebeleien von Danny und seiner Freundin Cassy fühlt sich Claire sehr unwohl und sieht sich als Versagerin. June baut sie auf. Und auch Danny.
Nach einem One-Night-Stand von Claire, betitelt Danny sie und June als Schlampen. Als Frauen, die auf der Suche nach Liebe sind, es aber in leerem Sex suchen. Danny ist sauer und wütend. Eventuell ja eifersüchtig?
Aus Liebe kann Freundschaft werden. Keine Zweifel. Aber die Frage ist, ob es diese Liebe dann wert ist, dass die Freundschaft aufs Spiel gesetzt wird. Denn nach einer Trennung ist eine normale Freundschaft nur schwer möglich. Fakt ist ebenso, dass diese Liebe von beiden Seiten ausgehen muss, denn auch sonst wird eine Freunschaft schon kompliziert. Gegen Gefühle ist jedoch niemand gewappnet, sodass individuell in so einer Situation entschieden werden muss.
Dass in diesem Fall Danny bereits eine Freundin hat, sollte Claire, eine sehr gute Freundin, jedoch davon abhalten, avancen ihm gegenüber zu tätigen.

3. Leseabschnitt (Seite 151 - 218) 
Ally Taylor hat in die Handlung von "New York Diaries" immer wieder Tagebucheinträge von Claire eingeflochten. Wie gefällt euch dieses Stilmittel?
Bei Claire und Danny funkt es immer weiter, ob es wirklich so eine gute Idee ist, dass die beiden jetzt auch noch so einen romantischen Film wie "The Notebook" gucken? Fallen euch noch weitere Filme ein, die zur Situation passen würden?

Jamie ist ein guter Freund für Claire geworden, bei dem sie sich über die Situation zwischen ihr und Danny auslassen kann. Mit hilfreichen Tipps steht er ihr immer zur Seite. Dannys Eifersucht, als Claire Jamie zum Abendessen eingeladen hat, blieb nicht nur von ihr bemerkt. Auch Cassy stellte Danny im Anschluss streitend zur Rede. Danny beteuert, nicht in Claire verliebt zu sein. Ein aufmunterndes Frühstück von Jamie bringt Claire auf andere Gedanken. Jedoch sind sich die beiden einig, ihre neue Freundschaft nicht durch unüberlegte Handlungen zu gefährden.
Bei einem abendlichen Überraschungsbesuch von Danny - mit Pizza - warnt er widerum vor Jamie. Zwei Hähne im Kampf um ihr Herz?
Das Stilmittel der Tagebucheinträge finde ich sehr sinnvoll. Die innere Zerrissenheit von Claire kommt dadurch sehr stark zum Ausdruck. Ebenso zeigt es, dass ein Mensch Ü30 nicht zu alt für ein Tagebuch ist. Für Claire stellt ein Tagebuch immer schon ein Ventil für unerwiderte Liebe dar. Eine Möglichkeit, sich die Sorgen, Ängste und Trauer von der Seele zu schreiben. Ein romantischer Film ist sicherlich nicht die beste Idee, aber letztlich wehrt sich keiner der beiden deutlich genug, es nicht zu tun. Und ich als Mensch der kaum Filme schaut, habe da keine große Auswahl an Filmerinnerungen in denen ich kramen kann, ob ich einen passenden Film für die Situation kenne. Ich weiß nur, dass 'Shades of Grey' eine ebenso ungünstige Filmidee gewesen wär.

4. Leseabschnitt (Seite 219 - 304)
Ende gut, alles gut? Wie gefällt euch das Ende von "New York Diaries - Claire"? Habt ihr euch einen anderen Ausgang gewünscht? Hat sich Claire richtig entschieden? Was meint ihr?
Claire lernt, dass sie ihr Leben nicht immer nach Männern richten darf. Ihren großen Traum, eine eigene Bakery zu eröffnen soll sie erfüllen. Von ihrem Bruder Josh kann sie sogar Unterstützung erhalten. In eben diesem Gespräch erfährt Claire auch, dass Josh pro Claire&Danny ist.
Als Danny mit Cassy jedoch den Auszug verkünden, bricht Claire innerlich zusammen. Eine besonders abweisende Art von Danny lässt Claires Welt erschüttern. Ohne ihr ersichtlichen Grund behauptet er, der Auszug würde allen helfen. Nachdem er ihre Unwissen bemerkt hatte, begann er zu erklären, dass er ihr seine Liebe in der DVD-Nacht gestand. Doch da sie nicht reagiert, verstand er es als Abweisung. Unter Tränen verabschiedet sich Claire letztlich von Danny. Der Umzug steht kurz bevor.
Nach einiger Zeit, entdeckte Claire das Skizzenbuch von Danny. Ein Post-it zeigt, dass es absichtlich da liegt, damit sie es sich anschaut. Seine Liebe - die seit Jahren schon in seinem Herzen schlummert - wird so deutlich wie noch nie. Ohne zu überlegen stürmt Claire aus ihrer Wohnung. Hin, zu seiner neuen Adresse. Hin zu ihm.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, welchen Ausgang ich mir gewünscht hätte. Irgendwie hat mich das hin und her und das aufbrusende von Danny genervt. Doch wie im Buch zu lesen, war wohl Claire zu jeder Zeit Hals über Kopf in ihm verliebt. Daran kann man auch nichts ändern. Ich bin mir auch sicher, dass es eine schwere Entscheidung für die Autorin war, welches Ende sie schreibt. Letztlich ist die Geschichte wie sie ist.
Fazit:
Ich bin von diesem Roman ganz angetan, auch wenn es mich nie so richtig gepackt hatte, dass ich es nicht mehr weglegen konnte. Eine solche Geschichte auf 300 Seiten zu bringen ist eine Herausforderung. Teilweise kam mir alles sehr komprimiert dargestellt vor. Dennoch bin ich auf die noch folgenden drei Bände der Reihe sehr gespannt.


Aufbau:
Dieser Roman ist in Kapitel mit jeweils einmaliger Überschrift gegliedert. Eine Besonderheit finde ich, der Beginn jedes Kapitels in Kapitälchen. Ein mittlerweile sehr selten eingesetztes Stilmittel. Aus Claires Sicht erfährt der Leser was in New York und um sie herum passiert. Der Einstieg in die Geschichte geschieht eher langsam. Claire und ihre Familie, sowie die verfluchte Vergangenheit der Neu-Alt-New-Yorkerin, werden vorgestellt. Eingebaute Tagebucheinträge geben Aufschluss über Claires Gefühlszustand und die immer größer werdene Zerrissenheit.

Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
Die Sprache und der Schreibstil wirken sehr lebhaft, detailreich und deutlich. Mit immer passenden Adjektiven beschriebt Anne Freytag das Geschehen. Die Handlung an sich empfinde ich als schlüssig. Einige Hinweise machen den Leser sogar schon mit der Protagonistin des zweiten Bandes vertraut. Sarah.
Gegen Ende des Romanes wurden einige englische Textpassagen und Zitate eingestzt. Schwierig für die Leute, die kein Englisch können. Ich glaube aber, auch wenn die Passagen nicht ganz verständlich sind, kann darauf geschlossen werden, dass Claire vor Freude und nicht aus Wut weint.
Die Bedeutung von Musik und Songtexten wird im kompletten Roman deutlich. Und so ist es ja auch im wahren Leben. Jeder hat Lieder, die ihn an bestimmte Situationen erinnern.


Design:
Wie gefällt euch das Cover?
Das Cover ist recht clean gehalten. Auf schwarzem Hintergrund ist in großen Lettern 'New York' abgedruckt. In dessen Formen zeigt sich ein Teil der New Yorker Skyline. In Sepia. Auch der Zusatz 'Claire' ist in diesem Farbton gehalten. Die kommenden Teile der Reihe haben die gleiche Aufmachung, lediglich ein anderes Farbspektrum im Einsatz.
Die Buchrückseite ist ebenso in schwarz, weiß und sepia-beige gehalten. Eine kleine Kopfhörer-Illustration lockert das sonst schlichte Design ein wenig auf. I like!

Vielen Dank an LovelyBooks für dieses Rezensionsexemplar.


T.

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