17 Oktober 2016

Book | Hannah Rothschild - Die Launenhaftigkeit der Liebe


Wie launisch die Liebe sein kann, ist jedem bewusst. Wie launisch jedoch ein 300 Jahre altes Gemälde ist, wurde mir erst in diesem Roman klar.


Hannah Rothschilds Roman "Die Launenhaftigkeit der Liebe" erschien am 12.09.2016 im DVA Verlag. Auf 508 Seiten wird die Geschichte einer Kunstauktion erzählt. Für 21,99 Euro kannst du die gebundene Ausgabe käuflich erwerben. Protagonistin ist eindeutig Annie. Doch auch das Gemälde trägt seinen Teil zur Geschichte bei.


Inhalt (ohne Spoiler):
Annie, auf der Suche nach einem Geschenk für ihren Freund, kauft ein Gemälde in einem Antiquaritätenladen. Unwissend, welchen Hintergrund das Kunstwerk hat und inwiefern es ihr Leben verändern wird, nimmt sie es mit nach Hause. Doch trotz Geschenk wird Annie verlassen und startet mit Mitte Dreißig nocheinmal neu.
Von ihrer Mutter gedrängt, sich genauer mit dem Gemälde zu befassen, nimmt das Unheil Fahrt auf. Um das Familiengeheimnis dieses Gemäldes nicht aufzudecken, zieht eine Vielzahl an Charakteren heran. Nicht nur Historiker sind interessiert, auch Kunsthändler und Russen im Exil.
Neben der Geschichte des Buches, gibt es noch viele weitere Handlungsstränge.


Aufbau:
Der Roman von Hannah Rothschild ist in Kapitel gegliedert. Es gibt einen auktorialen Erzähler, welcher das Geschehen bei der Auktion oder auch das Leben von Annie allwissend und überblickend beschreibt. Andererseits gibt es Kapitel, in denen das Gemälde den Leser direkt anspricht und ebenso das Geschehen um es herum beschreibt. Für mich als Leser war es ein wenig verwirrend, als es das erste Mal vorkam, dass das Gemälde sprach.
Die Auktion wird als Prolog betitelt. Anschließend werden die Kapitel durchnummeriert und anfangs auch angezeigt, dass sich der Leser nun ein halbes Jahr vor Auktion befindet.
Themen wie der zweite Weltkrieg oder das 17. Jahrhundert werden in diesem Roman besonders behandelt.

Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
Anfangs landet der Leser direkt im Geschehen. Also eigentlich direkt im Ende des Buches. Ich empfand es eher als langatmig und hat mich nicht umgehauen. Meine Leselust war vorerst gedämpft. Sprachlich konnte ich keine Besonderheiten feststellen. Der Stil ist je nach Charakter unterschiedlich. Spricht der allwissende Erzähler ist der Stil alltäglich. Ist jedoch das Gemälde an der Reihe, kann man einen "adligen Unterton" nicht von der Hand weisen. Die Art und Weise wie es spricht, erinnert einen schon an ein Königshaus. Jedoch wirkt der Schreibstil nicht rasant. Eher ruhig, sodass auch der Leser ruhiger voran kam. Die Handlung an sich ist schlüssig, wenn auch romanmäßig ab und an leicht unrealistisch.
Die Anzahl an Charakteren ist meiner Meinung nach manchmal etwas zu hoch. Allein schon der Start in das Buch wirkt verwirrend, da so viele Namen fallen.


Design:
Ein Buchcover, komplett in gold-weiß gehalten, wirkt sehr edel. Passend zum brisanten Thema der Geschichte. Ein millionenschweres Gemälde in dubiosen Machenschaften. Mittendrin eine unschuldige Käuferin.
Eine Skizze einer Krone und einer Farbpalette plus Pinsel geben schon auf dem Cover einen kleinen Einblick in den Roman. Der Name der Autorin steht definitiv im Mittelpunkt. In großen Lettern geschrieben. Der Buchtitel hingegen eher in geschwungener Schrift gehalten. So ist es auch auf dem Buchrücken.
Haptisch bietet der Umschlag ebenso ein Erlebnis. Der Name der Autorin sowie die abgebildeten Malutensilien wurden in das Papier gestanzt.
Auf der Buchrückseite wird der Inhalt des Romanes kurz angeschnitten. Eine Bewertung der Daily Express ist ebenso abgedruckt.
Das Hardcover an sich ist ebenfalls golden, mit einem weißen Aufdruck auf dem Buchrücken.

Buchempfehlung?
Romane mit geschichtlichem und künstlerischem Hintergrund gefallen dir? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für dich. Wer auf Spannung oder große sarkastische Werke steht, wird mit diesem Werk nicht sonderlich glücklich.


Vielen Dank an RandomHouse für dieses Rezensionexemplar.

T.

Kommentare:

  1. Klingt echt spannend. Werde ich definitiv im Hinterkopf behalten.. Wenn sich mein SuB dann mal verkleinert hat und ich mir mit gutem Gewissen neue Bücher zulegen kann ;)

    Liebe Grüße
    http://sophiaskleinewelt04.blogspot.de/

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    1. Ich muss mich momentan auch immer bremsen. Dabei geh ich so gern in Buchläden.. Und meine Wunschliste wird wirklich jeden Tag länger. 🙈

      Liebe Grüße zurück
      Tina

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