11 Dezember 2016

Book | Heike Karen Gürtler - Mut ist der Anfang vom Glück


Als ob man es als Jugendliche nicht schon schwer genug hat, wenn man zurückhaltend und nicht auf Männerjagd ist. Doch wenn einem dann noch bewusst wird, warum man nicht an Männern interessiert ist, bricht die doch so heile Welt zusammen.



'Mut ist der Anfang vom Glück', ein Roman mit wunderschönem Titel, wurde von Heike Karen Gürtler geschrieben. Die 240 Seiten erschienen am 19. August 2016. Das Buch wird besonders für Jugendliche ab 13 Jahren empfohlen und für 12,99 Euro kannst du diesen Roman unter anderem hier kaufen. Protagonistin des Romanes ist Kim. Weitere wichtige Rollen sind Marek, Lea, Sophie und Ella.


Inhalt (mit Spoiler):
Kim, Lea und Sophie - beste Freunde - startet gemeinsam in die 11. Klasse. Geschichten aus den Ferien stehen hoch im Kurs und Sophie prahlt natürlich wieder mit Jungsgeschichten. Auf der ersten Party des Schuljahres dürfen die Drei nicht fehlen und so genießen sie den Abend. Allerdings jeder für sich allein. Kim wird von Marek zum Tanz aufgefordert, doch sein immer geringer werdender Abstand widert sie an und flieht. Sie bekommt erste Zweifel, warum sie nie Glück hat und einen Jungen findet, der ihr gefällt. Sophie und Lea werden misstrauisch, was hinter Kims Flucht steckt. Letztlich spricht sie sich mit Marek aus und eine Freundschaft entsteht. Als plötzlich Ella neu in ihre Klasse kommt, versteht Kim die Welt nicht mehr. Warum hat sie so ein kribbeln im Bauch? Und dann gesteht Ella auch noch, dass sie lesbisch sei. Während eines gemeinsamen Schulprojektes, von Kim und Ella, wird sich die 16jährige immer bewusster, dass sie verliebt ist. In Ella. Sie traut sich jedoch nicht, es irgendwem zu erzählen, bis Marek sie dazu bringt. Sie öffnet sich ihm und er verspricht ihr Unterstützung. Als erneut eine Party im Gange ist, nimmt Kim all ihren Mut zusammen und küsst Ella in einer unbeobachteten Ecke. Doch als sie Stimmen hören, bekommt Kim Angst erwischt zu werden, und stößt Ella von sich. Ella ist sauer und wartet auf eine Entschuldigung. Irgendwann sind die beiden so verliebt, dass sie auch bei Ella zu Hause die Finger nicht mehr voneinander lassen können. In der Öffentlichkeit oder vor Kims Eltern jedoch fiel noch kein Wort zu dieser Beziehung. Ella setzt Kim demnach ein Ultimatum. Entweder sie erzählt es ihren Eltern und ihren Freundinnen, oder Ella möchte das nicht mehr. Marek hat wie immer ein offenes Ohr und möchte Kim helfen. Eines abends platzt alles aus Kim heraus, als ihre Eltern auf Marek, den sie vor der Tür verabschiedete, anspielen. Ihre Eltern sind alles andere als begeistert, da vor allem ihr Vater sehr homophob zu sein scheint. In einer fälschlich an Sophie geschickten Nachricht verrät sie nun auch ihren Freundinnen das Geheimnis. Ella ist sauer, dass Kim nicht mit ihren Freundinnen geredet hat, sondern dass sie es nur durch einen Zufall wissen. Nachdem sie Kim mit Lea und Sophie ausgesprochen hat, helfen ihr auch die zwei Mädels dabei, alles zwischen Ella und Kim wieder geradezubiegen. Zwischen Ella und Kim gibt es ein Happy End. Nur Kims Eltern wollen noch immer nicht glauben, dass sie ein Mädchen liebt.


Aufbau:
Der Roman ist in Kapitel, mit fortlaufender Zählung, gegliedert. Die Länge der Kapitel variiert sehr stark von sehr wenigen Seiten bis zu sehr langen Abschnitten. Es gibt einen Ich-Erzähler, nämlich Kim. Die Protagonistin. Der Leser startet direkt im Geschehen, in der Gegenwart, gemeinsam mit dem ersten Schultag nach den Ferien. Hintergründe und Familiengeschichten erfährt der Leser nebenbei.


Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
Der Schreibstil ist sehr kindlich. Dafür, dass 16jährige Mädchen die Hauptrollen des Buches spielen, ist alles sehr einfach geschrieben. Zu einfach. Natürlich ist es ein Buch für Jugendliche ab 13 Jahren, aber wenn ich an meine Schwester denk (14 Jahre), dann fänd auch sie diesen Schreibstil zu kindlich. Und Jugendliche möchten ja auf keinen Fall mehr besonders vorsichtig behandelt werden. Auch das Verhalten von Kim oder ihren Eltern erinnert mich eher an Eltern mit einem sechsjährigen Kind, aber nicht an Eltern mit einer 16jährigen Tochter. Die Sprache ist sehr alltäglich, auch wenn die ausdrucksweise widerum auch nicht so zu Jugendlichen passt. Es ist oft eine sehr gewählte Sprache verwendet worden. So reden keine Jugendlichen miteinander.
Die Problematik wurde aber sehr schön behandelt und die Geschichte an sich ist sehr schlüssig. Auch ohne Happy End, was die Gefühle von Kims Eltern angeht.

Design:
Das Cover (nur das kann ich bewerten, da ich die eBook-Ausgabe las) finde ich schön gestaltet. Recht bunt, aber passend zum Alter der angestrebten Leser. Auch auf den Inhalt gibt es ein paar Hinweise. Die Art der abgedruckten Bilder (Polaroids) stellt ebenso eine Verbindung zum Inhalt des Buches dar. Jeweils zu Beginn und am Ende eines Kapitels gibt es auch eine kleine Illustration.


Buchempfehlung?
Jein. Ich glaube, dass dieses Buch wirklich toll für 12-15 Jährige Mädchen ist. Der Schreibstil und auch der leichte und unmissverständliche Inhalt machen diesen Roman zu einer einfachen Lektüre. Auch die recht geringe Seitenanzahl kommt Jugendlichen entgegen. Ich habe dieses Buch an einem Stück gelesen. An sich eine wirklich schöne Geschichte, doch für mich (24 Jahre jung) einfach zu simpel und spannungslos.

Vielen Dank an NetGalley und den Thienemann Verlag für dieses Rezensionsexemplar.



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