19 Dezember 2016

Book | Meg Haston - Alles so leicht


Wenn Selbstzweifel und Selbsthass zur Essstörung führen. Wenn der Tod eines geliebten Menschen dafür sorgt, sich selbst das Leben zu nehmen. Wenn die Mutter keine Mutter mehr ist. Meg Hastons Roman basiert teilweise auf ihren Erfahrungen.


'Alles so leicht' ist ein Roman von Meg Haston. Auf 320 Seiten wird die Geschichte von Stephanie - welche nur Stevie genannt werden möchte - dargestellt. Der Roman erschien am 13. Juli 2015 im Thienemann-Esslinger Verlag. Laut Homepage des Verlages kostet die gebundene Ausgabe 19,99 Euro. Mir lag hier die eBook-Ausgabe vor.


Inhalt (mit Spoiler):
Stepahnie wird in eine Therapieklinik für Patienten mit Essstörungen eingewiesen. Wider Willen lässt sie es über sich ergehen. In der Aussicht, ihrem Leben in 27 Tagen ein Ende zu setzen. Genau am ersten Todestag ihres Bruders Joshua, für welchen sie sich verantwortlich fühlt. Ihr Zimmer teilt sich Stevie, so wie sie genannt werden möchte, mit Ashley. Während Stevie immer weiter abmagert, hat Ashley genau das andere Problem. Verschiedene Therapisitzungen helfen der Jugendlichen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Kurz nachdem ihre Mutter nach Paris abhaute, starb Josh bei einem Autounfall. Die Schuld sucht Stephanie bei sich. Nur wegen ihr gab es einen Streit und nur wegen ihr passierte das Unglück.
Denn Stevie liebte Eden. Sie liebte es jemandem zu gehören und gemocht zu werden, dafür, dass sie verwundet und anders war. Josh hingegen flehte seine Schwester oft an, ordentlich zu essen. Doch Eden bestärkte die Schwache darin, weiter zu machen um außergewöhlicher zu werden. Die Gefühle zwischen Eden und Stevie wurden immer stärker. Doch als Josh seiner Schwester erzählt, dass auch er Interesse an Eden hat, eskaliert die Situation. Es gibt Streit. Erst im Nachhinein versteht Stevie, dass sie die Sache mit Eden beenden muss, damit Josh glücklich wird. Stevie spricht mit Eden. Eden hingegen küsst Stevie erneut. Josh erwischt die beiden. Was dann folgt, ist der Unfall.
In der Therapieklinik bekommt Stevie gezeigt, dass sie keine Schuld an Joshs Tod hat. Und Josh würde auch nicht wollen, dass sie sich das Leben nimmt. Sie muss einen anderen Weg finden, ihn zu ehren. Obwohl sie sich anfangs gegen jeglichen Therapieversuch streubte, öffnet sie sich mehr und mehr. Sie findet unerwartet doch noch Freunde in ihren Mitbewohnern. Als Ashleys psychische Probleme überhand nehmen, ist sie für sie da. Ashley versucht sich umzubringen. Mit einem bei Stevie verbotenerweise gefundenen Rasierer. Jegliche therpeutische Erfolge scheinen zu Nichte gemacht. Doch Stevie findet ihre Stärke zurück und überlebt sogar den ersten Todestag ihres Bruders.

Aufbau:
'Alles so leicht' wird aus der Ich-Perspektive - Stevie - erzählt. Der Roman ist in Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel ist mit der Bezeichnung des Tages nach der Einweisung in das Therapizentrum betitelt. Gleichzeitig handelt es sich um eine Zählung bis zum Tag ihres geplanten Selbstmordes. Unter dem Kapiteltitel ist das Datum und die Uhrzeit abgedruckt, zu welchem die nachfolgende Handlung passiert. Es gibt keine Epi- oder Prolog. Der Leser startet mitten im Geschehen. Die Geschichte um Stevie und ihre Vergangenheit wird nach und nach aufgearbeitet.


Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
Die Sprache und der Stil sind sehr alltäglich und absolut unschwer zu lesen. Es gibt immer wieder ein hin und her zwischen Gegenwart und Vergangenheit, welches beispielsweise nicht durch veränderte Schriftart angekündigt wird. An manchen Stellen ist dies ein wenig verwirrend. Denn eben noch Sprach die Protagonistin in der Gegenwart von Josh und eine Zeile später ist sie in der Vergangenheit und spricht direkt mit ihm. Alles was kursiv geschrieben ist, stellt Gedankengänge von Stevie dar.
Die Handlung weist keine großen und groben inhaltlichen Patzer auf, sodass ich behaupten kann, dass der Roman in sich sehr schlüssig ist.

Design:
Das Coverdesign gefällt mir sehr. Eine Hand, Wolken und helle Farben. Ein deutliches Zeichen für Leichtigkeit, so wie es der Titel beschreibt. Soweit ich es als eBook-Leserin beurteilen kann, kommen auch im Textbereich des Romanes kleine Darstellungen von Wolken vor. Das Thema zieht sich demnach komplett durch. Wobei Wolken im Vergleich zu Stevies schwerem Gefühlszustand eher einen Widerspruch darstellen. Wohl gewollt. Denn gegen Ende des Romanes fühlt sich Stevie immer leichter, da Schuldgefühle und unnötig aufgebaute Lasten von ihren Schultern fallen.


Buchempfehlung?
Ja! Meg Haston betitelt sich selbst als einst betroffene und nun auch als Therapeutin. Die Geschichte fesselte mich, auch wenn ich mit dem Thema Essstörung persönlich noch in keinen Konflikt getreten bin. Die innere Zerrissenheit der Protagonistin und auch der Hergang der Geschichte machen dieses Buch für mich zu einem neuen Favoriten.

Vielen Dank an den Thienemann Verlag für das kostenlose eBook via NetGalley.



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