22 Februar 2017

Book | Christian v. Ditfurth - Heldenfabrik


Was, wenn der komplette Vorstand eines Konzerns ermordet wird? Was, wenn die Polizei gegen die eigenen Mitarbeiter agiert? Was, wenn sich die eigene Familie immer weiter von dir entfernt?

Christian von Ditfurth veröffentlichte seinen Thriller 'Heldenfabrik' im Penguin Verlag. Das Buch erschien am 22. August 2016 und kostet als Taschenbuchausgabe 10,00 Euro. Bestellen kannst du es unter anderem direkt hier. Der Thriller, welcher in Berlin spielt, umfasst 447 Seiten und zeigt, wie manipulativ und extrem Menschen handeln können.


Inhalt (ohne Spoiler):
Eugen de Bodt wurde aus hamburg nach Berlin versetzt und soll da die Mordkommission leiten. Und gleich der erste Fall wird ihn lange in Unruhe leben lassen. Der komplette Vorstand eines Berliner Chemiekonzerns wird brutal ermordet. Die Leichen treiben zusammengebunden auf der Spree und um der Polizei weitere Rätsel aufzugeben, befindet sich in einem ebenso angebundenen Koffer ein Teil aus einem von Rilkes Gedichten. Schnell kommt die Berliner Polizei auf den Trichter, dass es sich um Profikiller gehandelt haben muss. Die Spurenlage ist katastrophal. Und auch de Bodts Familiensituation lässt zu wünschen übrig. Seine Frau und Kinder sind noch immer in Hamburg, doch die Auftragslage lässt ihm kaum Zeit, um nach einer passenden Bleibe für die Familie zu suchen. Und dann gibt es plötzlich auch noch ungeklärte Morde in Lübeck. Ein Zusammenhang, welchen de Bodt aufdecken muss?
Und wer ist dieser andere Kommissar, welcher de Bodt immer wieder dazwischenfunkt?


Aufbau:
Der Thriller beginnt mit einem Pro- und endet mit einem Epilog. Zu Beginn des Buches werden die Morde an den Vorstandsmitgliedern detailliert beschrieben. Es geht sehr blutig und brutal vor. Kleinste Beschreibungen sorgen dafür, dass das ein oder andere Mal die Nase gerümpft wurde. Untypisch für Thriller war hier also, dass mit der Tat begonnen wurde und nicht erst mit dem Fund der Opfer. Der Leser wusste in dem Moment schon mehr als die Polizei.
Das Buch wurde aus sehr vielen verschiedenen Sichtweisen und insofern 'unklar' geschrieben, dass um den heißen Brei herum geredet wurde. Nicht immer, aber sehr oft. Es wurde vorausgesetzt, dass der Leser wusste, was de Bodt oder Salinger meinen. Die Anzahl der Handlungsstränge ist durch die hohe Anzahl der 'Protagonisten' - die Polizei, der Profikiller, der Geheimdienst und alle jeweils mit ihren vielen Mitarbeitern - zu erklären, aber oft ermüdend. Die Handlung kommt schleppend vorwärts, da immer wieder das Geschehen unterbrochen wurde, um mal wieder von einer anderen Person und einem anderen Ort zu berichten. 


Sprache/Stil/Schlüssigkeit der Handlung:
Der Schreibstil in diesem Thriller sagte mir nicht komplett zu. Oftmals wurden unvollständige Sätze (gerade in wörtlicher Rede) benutzt. Oder nur einzige Worte vor dem Punkt. Das Leser ar so irgendwie abgehakt. Und die unvollständigen Sätze sollten vielleicht die Fantasie des Lesers anregen, mich regte es aber eher auf. In einem gewissen Maße finde ich dieses Stilmittel auch ganz gelungen, aber hier wurde es einfach zu häufig eingesetzt. Gegen Ende des Buches wurden die Wechsel der Sichtweisen immer häufiger, was eine rasante Geschichte vorgibt. Einfach, weil überall in kurzer Zeit so viel passierte. Das Ende fand ich nicht soooo überraschend, weshalb mich der Epilog auch ein wenig unspektakulär aus der Geschichte entlassen hat.


Design:
Das Cover ist nicht ganz mein Fall. Es ist sehr schlicht in der Schriftart gehalten. Die Farben wirken eher giftig, was wohl auf das Buch abgestimmt ist. Da es um einen Chemiekonzern geht, passt die Abbildung und Farbgestaltung jedoch. Ein männliches Beinpaar beschreibt den Inhalt ebenso sehr gut, denn eine sehr lange Zeit im Buch bleibt eine Schlüsselperson eine Art Phantom ohne Gesicht. Ein giftgrüner Buchrücken passt eher weniger in mein Buchregal und da die Rücken vom Penguin Verlag aus recht dünnem Material und dünner Klebung bestehen, konnte ich hier eine kleine Leserille kaum verhindern.


Buchempfehlung?
Eher nein. Spätestens ab Seite 200 begann das Buch anstrengend zu werden. Leider quälte ich mich ein wenig durch die Geschichte. Die Idee dahinter war wirklich sehr gut, nur die Umsetzung machte mir wenig Freude. Oftmals kam mir die Handlung zu langatmig vor, obwohl sie so vielschichtig war. Oder gerade deshalb?

Vielen Dank an den Penguin Verlag und RandomHouse für dieses Rezensionsexemplar.

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